Tipps zum Zeichnen einer Anlage

Nachfolgend sollen einige Bedienhandlungen für das Zeichnen einer Anlage in PLC-Lab erläutert werden.

Um ein Objekt auf der Zeichenfläche zu platzieren, wird dieses zunächst innerhalb der Tools selektiert: Im Beispiel ein roter Leuchtmelder.

Auf der Zeichenfläche kann nun das Objekt (im Beispiel die Lampe) "aufgezogen" werden.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass an der gewünschten linken oberen Ecke die linke Maustaste betätigt und gehalten wird. Dann wird die Maus nach rechts unten bewegt, dabei wird das platzierte Objekte entsprechend in der Größe verändert. Hat das Objekt die gewünschte Größe erreicht, dann wird die linke Maustaste losgelassen.

Möchte man ein Objekt auf der Zeichenfläche verschieben, dann kann man dies zum Einen mit der Maus erledigen. Soll das Objekt aber nur in der Horizontalen oder Vertikalen verschoben werden, dann erreicht man dies mit Hilfe der Pfeiltasten auf der Tastatur. Wird dabei nur eine der Pfeiltasten betätigt, dann verschiebt sich das selektierte Objekt jeweils um ein Pixel. Wird zusätztlich zur Pfeiltaste die [STRG]-Taste betätigt und gehalten, dann wird das Objekt um die Anzahl der Pixel des Zeichenrasters bewegt. Sind mehrere Objekte selektiert, dann werden alle selektierten Objekte verschoben.

Die Größe eines selektierten Objekts kann über die Maus verändert werden, indem man die Maus an ein Selektierungs-Thumb des Objekts bewegt bis der Mauszeiger sein Aussehen verändert. Dann kann durch Betätigung der linken Maustaste das Objekte von dieser Stelle aus vergrößert oder verkleinert werden.

Wird ein Objekt an einer Ecke mit der Maus angefasst, dann kann man durch Betätigung der Umschalt-Taste erreichen, dass die Seitenflächen des Objekts gleichmässig verändert werden. Dies funktioniert auch schon beim ersten Platzieren eines Objekts.

Selektierte Objekte können auch über die Tastatur in der Höhe oder Breite verändert werden. Dabei kommt die Umschalt-Taste und die Pfeiltasten zum Einsatz.

Wird ein Objekt selektiert und danach die Umschalt-Taste sowie die Pfeil-Taste nach oben bzw. unten betätigt, dann wird das Objekt in der Höhe verändert. Die Änderung erfolgt dabei gleichmässig an der oberen und unteren Seite des Objekts.

Bei Verwendung der horizontalen Pfeil-Tasten zusammen mit der Umschalt-Taste wird die Breite des Objekts verändert:

Möchte man bestimmte Objekt-Arten für die Dauer des Zeichenvorgangs immer in der gleichen Größe zeichnen lassen, dann kann ein Objekt selektiert und dieses als Vorlage für die weiteren Objekte dieses Typs dienen.

Eine Beschreibung über die Vorgehensweise kann unter folgendem Link nachgelesen werden:

Größenvorlage für Objekt-Arten setzen

Wird mit der Maus ein Doppelklick auf einem Objekt ausgeführt, dann wechselt dieses in den Rotationsmodus. Dies wird durch das wechselnde Aussehen der Selektion-Thumbs deutlich gemacht. Im folgenden Bild sind die Selektion-Thumbs bei der "normalen" Selektion eines Objekts zu sehen:

Nun das Selektion-Thumb wenn der Rotationsmodus aktiv ist:

Befindet sich ein Objekt im Rotationsmodus dann wird dieser durch einen erneuten Doppelklick wieder verlassen.

Im Rotationsmodus kann ein Objekt nicht verschoben werden, nur das Rotieren ist möglich. Dazu wird die Maus über einem Selektion-Thumb platziert. Daraufhin wechselt das Aussehen des Mauszeigers. Nun betätigt man die linke Maus-Taste und hält diese, daraufhin kann durch bewegen der Maus in einer Kreisbahn das Objekt rotiert werden.

Möchte man die Rotation in 15°-Schritten ausführen, dann betätigt man beim Rotieren mit der Maus zusätzlich die Umschalt-Taste.

Wird ein Objekt mit der Maus angeklickt, dann wird dieses selektiert. Möchte man ein weiteres Objekt selektieren dann betätigt man vor dem Anklicken des nächsten Objekts die Umschalt-Taste. Als Folge bleiben die bisher selektierten Objekte selektiert und das neu angeklickte Objekt wird ebenfalls selektiert.

Eine weitere Möglichkeit mehrere Objekte zu selektieren ist das Maus-Gummiband. Dabei wird mit der Maus an eine freie Stelle der Zeichenfläche geklickt, die linke Maustaste gehalten und die Maus nach rechts unten bewegt. Als Folge wird das Gummiband sichtbar. Jedes Objekt was innerhalb des Gummibandes liegt wird beim Loslassen der linken Maus-Taste selektiert.

Möchte man alle Objekte auf der Zeichenfläche selektieren, dann erreicht man dies über die Tastenkombination [STRG] + [A]. Zum Deselektieren klickt man mit der Maus auf eine freie Stelle der Zeichenfläche.

Möchte man eines oder mehrere Objeke löschen, dann geht man wie folgt vor:

  1. Selektieren eines einzelnen oder mehrerer Objekte.
  2. Betätigen der Entfernen-Taste ([Entf]).

Werden Objekte neu erzeugt bzw. gezeichnet, dann ist deren Z-Order auf den Wert '0' eingestellt. Die Eigenschaft "Z-Order" befindet sich in der Rubrik "Grundeinstellungen->Darstellung" und kann die Werte '-20' bis '20' annehmen. Hat ein Objekt eine niedrigere Z-Order als ein anderes Objekt, dann wird dieses überdeckt.

Beispiel

In der folgenden Darstellung hat das Kreis-Objekt die Z-Order '0' und das Rechteck die Z-Order '1'.

Somit wird das Kreis-Objekt vom Rechteck überdeckt.

Haben Objekte eine identische Z-Order, dann wird das ältere Objekt vom jüngeren Objekt überdeckt. Somit ist also bei identischen Z-Order-Werten der Zeitpunkt des Erzeugens maßgebend.

Die Zeichenfläche von PLC-Lab kann vergrößert bzw. verkleinert werden. So kann man beispielsweise die Ansicht der Zeichfläche vergrößern um kleinere Objekte besser sehen zu können, bzw. Objekte genauer zu platzieren. Ein starkes verkleinern der Zeichenfläche ist hilfreich um sich einen Überblick über die gesamte Zecihenfläche zu verschaffen und beispielsweise sehr viele Objekte mit Hilfe des Maus-Gummibandes zu selektieren.

Für das Zoomen stehen drei Bedienoptionen zur Verfügung.

Am rechten unteren Rand von PLC-Lab befindet sich ein Slider, mit dem die Zeichenfläche gezoomt werden kann. Der aktuelle Zoom-Faktor wird dabei ebenfalls angezeigt.

Wird die [STRG]-Taste betätigt und das Maus-Gummiband aufgezogen, dann nimmt der Mauszeiger die Form einer Lupe an. Es wird dann der Bereich max. vergrößert, welcher über das Gummiband ausgewählt wurde.

Wird die Maus über einer freien Stelle der Zeichenfläche platziert, die [STRG]-Taste betätigt und das Maus-Rad bewegt, dann wird die Zeichenfläche je nach Drehrichtung des Maus-Rades vergrößert oder verkleinert. Als Ursprungspunkt für die Zoom-Aktion wird dabei die Mausposition verwendet.

Es gibt mehrere Möglichkeiten eines oder mehrere Objekte zu kopieren.

Möchte man eines oder mehrere Objekte mit der Maus kopieren, dann selektiert man zunächst die zu kopierenden Objekte. Danach betätigt man die [STRG]-Taste und hält diese gedrückt. Anschließend bewegt man die Maus über eines der zu kopierenden Objekte, betätigt die linke Maus-Taste und verschiebt das Objekt. Als Folge werden alle selektierten Objekte kopiert und bis zum Loslassen der linken Maus-Taste verschoben.

Eine weitere Möglichkeit die momentan selektierten Objekte zu kopieren ist die Variante Copy/Paste, welche über die Standard-Tastenkombination [STRG] + [C] / [STRG] + [V] ausgelöst wird. Die Tastenkombination [STRG] + [C] kopiert dabei die selektierten Objekte in die Zwischenablage. Mit [STRG] + [V] werden die in der Zwischenablage befindlichen Objekte in die Zeichenfläche des momentan geöffneten Projekts eingefügt.

Mit dieser Variante können auch Objekte aus einem anderen PLC-Lab-Projekt kopiert werden. Werden dabei Operanden eines Devices in den Objekten verwendet, welches in dem neuen Projekt noch nicht vorhanden ist, dann wird auch das Device dem neuen Projekt hinzugefügt. Gleiches gilt auch für die Symbole. Werden in den kopierten Objekten Symbole verwendet, welche im neuen Projekt noch nicht vorhanden sind, dann werden diese Symbole in der Symboltabelle eingefügt.

Beim Kopieren bzw. Duplizieren über die Tastenkombination [STRG] + [D] wird ein einzelnes Objekt kopiert und rechts neben dem Ursprungsobjekt platziert. Diese Art des Kopierens eignet sich z.B. optimal zum Kopieren von Schaltern oder Lampen.

Wird zusätzlich die Umschalt-Taste betätigt, dann wird das duplizierte Objekt unterhalb dem Ursprungsobjekt eingefügt.

Verbindungselemente können nicht explizit kopiert werden. Diese werden automatisch kopiert, sobald die beiden Ankerobjekte der Verbindung kopiert werden. Nachfolgend ist dies am Beispiel einer Verbindung für Drehbewegung zu sehen.

Möchte man Symbole aus einem anderen Projekt in das momentane Projekt einfügen, dann geht man wie folgt vor:

  1. Öffnen des Projekts mit den zu kopierenden Symbolen.
  2. Markieren der gewünschten Symbole in der Symboltabelle.
  3. Kopieren der Symbole in die Zwischenablage über die Tastenkombination [STRG] + [C].
  4. Öffnen des Ziel-Projekts und anklicken der Symboltabelle.
  5. Einfügen der Symbole aus der Zwischenablage über [STRG] + [V].

Gehören die Symbole zu einem Device, welches im neuen Projekt noch nicht vorhanden ist, dann wird dieses Device ebenfalls eingefügt.

Wird ein Objekt mit der Maus selektiert, dann werden dessen Eigenschaften angezeigt und können verändert werden.

Selektiert man die Eigenschaft eines Objekts, dann wird im unteren Bereich der Tabelle ein Hilfetext zu der ausgewählten Einstellung angezeigt.

Kann bei der Eigenschaft eines Objekts ein Operand angegeben werden, dann wird dies durch die Bezeichnung der Eigenschaft kenntlich gemacht. Bei der Bezeichnung der Eigenschaft ist der Begriff "Operand" vorhanden, des weiteren wird der Datentyp und die Zugriffsart auf den Operanden (lesen oder schreiben) angegeben.

Beispielsweise ist bei einem Lampen-Objekt die Eigenschaft "Operand (bool-lesen)" vorhanden. Hier kann der Operand angegeben werden, dessen Status die Anzeige der Lampe bestimmt. Der Status des Operanden wird also gelesen.

Bei einem Schalterobjekt ist die Eigenschaft "Operand (bool-schreiben)" vorhanden. Hier kann der Operand angegeben werden, welcher durch das Schalter-Objekt beeinflusst wird. Der Wert wird somit in den Operanden geschrieben.

Man kann also grundsätzlich unterscheiden zwischen Eigenschaften, die einen Wert aus dem angegeben Operand lesen und den Eigenschaften, bei denen ein Wert in den Operanden geschrieben wird.

Wird der Status eines Operand gelesen, dann besteht die Möglichkeit, anstatt des Operanden auch eine Konstante anzugeben. Dabei ist die Zahl '0' der Standardwert. Die Gültigkeit einer Konstanten ist vom Datentyp der Eigenschaft abhängig. So kann beispielsweise bei einer Eigenschaft, welche den Datentyp "bool" (also einen Bit-Operanden) erwartet, nur der Wert '0' oder '1' angegeben werden. Erwartet die Eigenschaft einen Operanden vom Datenytp UInt16, dann sind die Wert von '0' bis '65535' gültig.

Beispiel 1:

Möchte man z.B. erreichen, dass eine Drehbewegung immer, unabhängig von einem Operanden stattfindet, dann kann an der Eigenschaft "Operand für Rechtsdrehung (bool-lesen)" die Konstante '1' eingetragen werden. Dies hat zur Folge, dass die Drehung nach rechts sofort ausgeführt wird, wenn man die Simulation startet.

Beispiel 2:

Die Drehgeschwindigkeit bei einem Drehgelenk soll nicht variabel, sondern konstant sein. Somit kann beispielsweise bei einem Drehgelenk die Konstante '10' als Drehgeschwindigkeit angegeben werden. Dies hat zur Folge, dass das Objekt mit einer Geschwindigkeit von 10 Umdrehungen pro Minute bewegt wird, sofern der Operand für die Rechts- bzw. Linksdrehung den Status '1' besitzt.

Beispiel 3:

Eine Lampe soll immer blinken, sobald der für das Leuchten der Lampe zuständige Operand den Status '1' hat. Dies kann man dadurch erreichen, dass bei einer Lampe an der Eigenschaft "Operand blinkende Darstellung (bool-lesen)" die Konstante '1' eingetragen wird. Sobald nun der Operand an der Eigenschaft "Operand (bool-lesen)" den Status '1' besitzt, blinkt die Lampe.

Die Beispiele zeigen, dass es durchaus sinnvoll ist, bei Eigenschaften welche lesend auf einen Operanden zugreifen, einen konstanten Wert anzugeben.

Wie schon erwähnt, wird bei Eigenschaften für Operanden auch der erwartete Datentyp des Operanden mit angegeben. Soll nun ein Operand mit einem anderen Datentyp für die Eigenschaft verwendet werden, dann ist die Angabe eines Zahlenbereichs sinnvoll.

Beispiel 1

Eine Lampe soll leuchten, sobald der Wert in einem Byte-Operand größer oder gleich '5' ist. Um dies zu erreichen, wird am Operanden für die Lampe folgende Angabe geschrieben:

Die Lampe bleibt dunkel, solange der Wert im Operanden MB10 kleiner als '5' ist. Diese leuchtet sobald der Wert des Bytes '5' oder höher ist. Mit der Angabe "0-5" wird ein Schwellenbereich angegeben. Wird dieser überschritten, dann wird True zurückgeliefert.

Beispiel 2

Die Position eines Zylinders soll in einen Wort-Operanden geschrieben werden. Dabei soll der Wert dem analogen Signal einer S7-SPS von Siemens entsprechen. Ein solcher (unipolarer) analoger Kanal liefert die Wert 0 bis 27647.

Um dies zu erreichen, wird an der Eigenschaft des Zylinders, welche dessen Position liefert, folgende Angabe gemacht:

Somit wird die Position des Zylinders auf den angegebenen Bereich skaliert.

Ohne die Bereichsangabe würde die Position des Zylinders in Pixel in den Operanden eingetragen werden. Da der Zylinder ca. 250 Pixel lang ist, würde ein Wert zwischen 0 bis 250 geschrieben werden. Mit der Angabe des Skalierungsbereichs ist somit die Länge des Zylinders in der virtuellen Anlage von PLC-Lab unwichtig. Man kann mit Hilfe der Bereichsangabe die Werte erzeugen, welche auch in der Realität vorhanden sind.

Wird bei einer Eigenschaft, welche den Wert aus einem Operanden liest, ein Bereich angegeben, dann erfolgt die Verarbeitung in folgenden Schritten:

  • Wert wird aus dem Operanden gelesen.
  • Der Wert wird innerhalb des angegebenen Bereichs skaliert.
  • Der skalierte Wert wird von der Eigenschaft verarbeitet.

Beispiel

Über einen Schieberegler soll in einen Byte-Operanden die Werte 0 bis 255 geschrieben werden. Die Anzeige des aktuellen Werts soll in einem Text-Label erfolgen. Der Wert ist auf den Bereich 0 bis 10 zu skalieren. An der Eigenschaft des Text-Labels erfolgt folgende Angabe:

Diese Angabe bewirkt, dass der Wert aus dem Byte-Operanden MB10 gelesen und dann auf den Bereich 0 bis 10 skaliert wird. Nachfolgend ist dies zu sehen:

Es ist zu beachten, dass die Werte des Skalierungsbereichs innerhalb des Datentyps des angegebenen Operanden liegen müssen.

Wird bei einer Eigenschaft, welche einen Wert in den Operanden schreibt, ein Bereich angegeben, dann erfolgt die Verarbeitung in folgenden Schritten:

  • Der Wert wird innerhalb des angegebenen Bereichs skaliert.
  • Der skalierte Wert wird in den Operanden geschrieben.

Beispiel

Die Position einer Drehbewegung ist zu erfassen und in einen Wort-Operanden zu schreiben. Dabei ist eine Umdrehung in 1000 Inkremente zu unterteilen.

Um dies zu erreichen, wird an der Eigenschaft "Sensor Position in Grad" des Drehgelenks folgendes angegeben:

Normalerweise liefert der Sensor die Werte 0 bis 360. Diese werden nun auf den Bereich 0 bis 1000 skaliert. Im Wortoperanden ist somit ein Wert zwischen 0 bis 1000 enthalten, je nach Position des rotierenden Objekts. Nachfolgend ist dies zu sehen:

Durch die Möglichkeit der Angabe von Skalierungsbereichen wird ein hohes Maß an Flexibiltät erreicht. Damit ist es z.B. möglich, Signale aus der virtuellen Anlage anzupassen, damit diese identisch sind zu den Signalen der realen Anlage. Unabhängig davon, ob beispielsweise die Größenverhältnisse übereinstimmen. Des Weiteren können Objekte zweckentfremdet werden. Als Beispiel sei eine Lampe genannt, welche erst ab einem bestimmten Schwellenwert leuchtet oder ein Schalter, der bei Betätigung einen bestimmten Zahlenwert in einen Operanden schreibt.