Verwendung von Kollisionsgruppen

Die dynamischen und feststehenden Physik-Objekte können bestimmten Kollisionsgruppen zugeordnet werden. Standardmäßig befinden sich alle Objekte in der Kollisionsgruppe 0, was bedeutet, dass diese mit allen anderen Physik-Objekten kollidieren.

Die Einstellungen für die Kollisionsgruppen sind in der Rubrik "Experten-Einstellungen->Physik-Einstellungen->Kollisions-Einstellungen" zu finden. Diese bestehen aus den beiden Eigenschaften "Kollisionsgruppe" und "Zusätzliche Kollisionsgruppen".

Bevor die Kollisionsgruppen genauer erläutert werden, soll der Unterschied zur Eigenschaft "Neutral bei Kollision" innerhalb der Rubrik "Grundeinstellungen->Endschalter Einstellungen" erklärt werden.

Wird die Eigenschaft "Neutral bei Kollision" selektiert, dann übt das so eingestellte Objekt keine Kraft auf einen möglichen Kollisions-Partner aus. Das Objekt wird also von einem anderen Objekt passiert, ohne dass das andere Objekt in seiner Bewegung beeinflußt wird. Allerdings "spürt" das Objekt mit der Eigenschaft "Neutral bei Kollision" die Kollision (sofern die Kollisionsgruppen-Einstellung dies ermöglicht) und ist das Objekt als Endschalter konfiguriert, dann wird der Endschalter-Operand im Status verändert.

Im folgenden Beispiel ist dies zu sehen. Ein blaues Rechteck-Objekt fällt von oben herab. In der Mitte ist ein grünes Rechteck-Objekt als Endschalter konfiguriert und die Eigenschaft "Neutral bei Kollision" ist ebenfalls ausgewählt. Der Endschalter-Operand wurde an der LED angegeben, somit leuchtet diese, sobald der Endschalter betätigt ist.

Die Anordnung zeigt, der Endschalter beeinflusst das herabfallende Objekt nicht, dieser "spürt" aber die Kollision und somit wird der Endschalter-Operand entsprechend im Status geändert.

Im nächsten Schritt wird die Anordnung verändert. Das herabfallende Rechteck wird der Kollisionsgruppe 1 zugeordnet. Der Endschalter der Kollisionsgruppe 2.

Nach diesen Änderungen "spürt" der Endschalter keine Kollision mehr mit dem herabfallenden Rechteck, denn dieses gehört nun einer anderen Kollisionsgruppe an. Somit wird auch der Endschalter-Operand nicht mehr im Status verändert und die Lampe leuchtet ebenfalls nicht mehr.

Die beiden Beispiel zeigen deutlich den Unterschied zwischen der Eigenschaft "Neutral bei Kollision" und unterschiedlicher Kollisionsgruppen-Zugehörigkeit.

Anwendungsgebiete von Kollisionsgruppen sind beispielsweise Anordnungen mit Abscheidern oder Filtern.

Im folgenden Bild ist eine solche Anordnung zu sehen.

Das blaue Kreis-Objekt und das unten angebrachte braune Rechteck gehören der Kollisionsgruppe 1 an. Diese beiden Objekte kollidieren somit miteinander. Das graue Kreis-Objekt gehört zur Kollisionsgruppe 2, somit kollidiert dieses nicht mit dem braunen Rechteck. Die schwarzen Rechtecke der Behälter sind alle auf die Kollisionsgruppe 0 eingestellt, diese kollidieren somit mit allen Objekten.

In der Simulation zeigt sich somit folgendes Verhalten:

Die Kreis-Objekte werden separiert. Die grauen Kreis-Objekte fallen durch die schräge Eben hindurch, die blauen Kreis-Objekte kollidieren mit dieser und werden in den rechten Behälter separiert.

Ein weiterer Anwendungsfall ist die Darstellung von verschiedenen, übereinander liegenden Ebenen.

Im Bild sind zwei übereinander liegende Förderelemente angeordnet. Das blaue Förderelement beeinflusst Objekte der Kollisionsgruppe 1, zu denen das blaue Kreis-Objekt gehört. In der vertikalen ist ein weiteres Förderelement platziert. Dieses ist auf die Kollisionsgruppe 2 eingestellt. Dieser Gruppe gehört das gelbe Kreis-Objekt an.

Bei der Simulation verhält sich die Anordnung wie folgt:

Die beiden Förderelemente und deren Objekte beeinflussen sich nicht.

Über die Eigenschaft "Zusätzliche Kollisionsgruppen" kann eine Kollisiongruppe angegeben werden mit der das Objekt ebenfalls kollidiert. Zusätzlich zur eigenen Kollisionsgruppe. Ist beispielsweise das Objekt der Kollisionsgruppe 2 zugeordnet und an der Eigenschaft "Zusätzliche Kollisionsgruppen" ist die Kollisionsgruppe 3 angegeben, dann kollidiert das Objekt mit anderen Objekten der Gruppen 2 und 3.

An der Eigenschaft "Zusätzliche Kollisionsgruppen" können mehrere Gruppen angegeben werden, die Nummern sind dabei durch Komma getrennt anzugeben: Beispiel "2, 5, 10".

In der nachfolgend dargestellten Anordnung gehören die Kreis-Objekte unterschiedlichen Kollisionsgruppen an. Der blaue Kreis gehört zur Gruppe 1, der gelbe zur Gruppe 2 und der grüne zur Gruppe 3.

Im gelben Kreis-Objekt ist an der Eigenschaft "Zusätzliche Kollisionsgruppen" die Gruppe 3 angegeben. Am grünen Kreis die Gruppe 2. Somit ergibt sich bei der Simulation das folgende Verhalten.

Der blaue Kreis beeenflusst die beiden anderen Kreis-Objekte nicht, denn diese gehören ja nicht seiner Kollisionsgruppe an. Der gelbe und grüne Kreis kollidieren miteinander. Diese gehören zwar unterschiedlichen Kollisionsgruppen an, allerdings ist bei diesen auch die jeweils andere Kollisionsgruppe in der Eigenschaft "Zusätzliche Kollisionsgruppen" angegeben.

Damit besteht die Möglichkeit, Objekte in Kollisionsgruppen zu unterteilen und zusätzlich aber auch bei einzelnen Objekten spezielle Beziehungen zu anderen Kollisionsgruppen einzustellen.