Farbverläufe, Transparenz und Grafiken in Objekten

Viele Objekte in PLC-Lab können mit Farbverläufen und eigenen Grafiken versehen werden. Somit besteht die Möglichkeit diese sehr individuell zu gestalten.

In diesem Abschnitt soll gezeigt werden, wie man z.B. Farbverläufe in Objekten nutzt um deren Aussehen z.B. plastischer wirken zu lassen. Des Weiteren wird gezeigt, wie man die Deckungskraft (somit die Transparenz) der Farben einstellt. Zuletzt wird erläutert, wie eigene Bilder bzw. Grafiken in Objekten angezeigt werden können.

Mit Farbverläufen kann man Objekten ein plastisches Aussehen verleihen. So kann beispielsweise ein Rechteck durch Farbverläufe so gestaltet werden, dass dieses wie eine Metallstange wirkt. Die Farbe eines geometrischen Objekts ist innerhalb der Rubrik "Grundeinstellungen->Darstellung->Farben" veränderbar. Dabei sind zwei Eigenschaften für die Füllfarbe vorhanden. Die Eigenschaft "Füllfarbe" ist die Farbe die im Objekt verwendet wird, wenn kein Operand für das Umschalten der Füllfarbe angegeben ist oder aber dieser Operand den Status '0' hat. An der Eigenschaft "Füllfarbe bei Status 1" wird die Farbe definiert, welche zum Einsatz kommt, sobald der Operand an der Eigenschaft "Operand umschalten Füllfarbe" den Status '1' besitzt.

Beispiel

Im folgenden Beispiel soll einem Rechteck-Objekt das Aussehen einer Metallstange gegeben werden. Dies wird durch den Einsatz eines Farbverlaufs erreicht.

Folgende Schritte werden dafür ausgeführt:

  1. Selektion des Objekts.
  2. Bei der Eigenschaft "Füllfarbe" den Dialog für die Farbe aufrufen und den passenden Gradientenverlauf auswählen.
  3. Den linken Farbverlaufstopp auswählen und den Farbwert in die Zwischenablage kopieren.
  4. Den rechten Farbverlaufstopp selektieren und bei diesem den Farbwert aus der Zwischenablage einfügen.
  5. Einen neuen Farbverlaufstopp einfügen und in der Mitte platzieren. Für diesen eine etwas dunklere Farbe auswählen.

Am Ende wird noch die Linie als Umrandung des Objekts beseitigt, indem die Linienstärke auf 0 gesetzt wird.

Transparenz wird beispielsweise eingesetzt um glasähnliche Effekte zu erzeugen oder aber um Objekte übereinander zu legen und die verschiedenen Ebenen sichtbar zu machen.

Anbei ein Beispiel, bei dem zwei Förderelemente übereinander gelegt wurden. Am oberen Förderelement wurde die Deckkraft der Füllfarbe auf 50% eingestellt. Somit sind die darunterliegenden Objekte zu erkennen.

Im folgenden Beispiel sollen die beiden Schutztüren einer Bohranlage transparent dargestellt werden um die dahinterliegenden Vorrichtungen erkennen zu können. In der Realität sind die Türen aus Glas, dies soll auch in der virtuellen Anlage erkennbar sein. Dazu werden die beiden Türen selektiert, die Farb-Eigenschaft ausgewählt und auf dem Farben-Einstellungsdialog die Deckkraft von 100% auf einen geringeren Wert verändert. Die Auswirkungen sind sofort zu erkennen.

In Schalter-, Lampen- und Geometrischen-Objekten können eigene Grafiken angezeigt werden. Dazu wird in den Rubriken "Grundeinstellungen->Darstellung->Bilder anzeigen" an den Eigenschaften "Bild bei Status 0" und "Bild bei Status 1" jeweils eine Grafikdatei selektiert. Ein Bild bei Status 1 muss nur ausgewählt werden, wenn auch ein Operand für die Umschaltung der Bilder angegeben wurde.

Im folgenden Beispiel wird das Bild eines Bohrers in einem Rechteck-Objekt angezeigt. Dabei wird jeweils ein Bild für den Status 0 selektiert und ein spiegelverkehrtes Bild für den Status 1.

Sobald der Motor des Bohrers eingeschaltet ist, soll die Darstellung der beiden Bilder wechseln. Diese Umschaltung wird mit Hilfe eines Taktmerkerbits aus dem IM-Speicherbereich von PLC-Lab realisiert (siehe auch "Sonderfall Taktmerkerbyte: IM.MB65534"). Es wird dabei das Bit IM.M65534.0 verwendet und über ein Rechner-Objekt mit dem Operanden des Motors UND-Verknüpft.

Damit wird die Simulation wie folgt ausgeführt:

Durch den Wechsel zwischen den beiden Bildern entsteht der Eindruck, dass der Bohrer sich dreht.

Im nächsten Beispiel werden zwei feststehende Kreis-Objekte verwendet. Das obere Kreis-Objekt wurde mit jeweils einer Grafik für den Status '0' und den Status '1' eines Operanden konfiguriert. Dies bedeutet, wenn der Operand den Status '0' hat wird ein Bild mit einem weißen Pfeil angezeigt. Beim Status '1' ein Bild mit einem gelben Pfeil.

Beim zweiten Kreis-Objekt wird für den Status '0' eine PNG-Grafik verwendet, die einen transparenten Hintergrund besitzt. Eine zweite Grafik für den Status '1' wird nicht angegeben, denn der Status '1' soll über eine andere Farbe des Objekts angezeigt werden. Diese Farbe ist sichtbar, da die Grafik transparente Bereiche besitzt, in denen die Farben des Kreis-Objektes zu sehen sind.

In der Simulation zeigt die Anordnung folgendes Verhalten:

Das Beispiel zeigt, dass man bei der Verwendung von PNG-Grafiken mit transparenten Bereichen auch die Farbumschaltung für die Anzeige eines Statuswechsel verwenden kann. Es werden dann keine zwei Grafiken benötigt.

Nun ein Beispiel, bei dem ein Schalter-Objekt mit einer Grafik versehen wird. Auch hier wird eine PNG-Grafik mit transparenten Bereichen verwendet. Dabei kommt ein Leucht-Schalter-Objekt zum Einsatz, in diesem wird die Grafik angegeben. Des Weiteren wird ein Operand für das Umschalten der Farbe angegeben.

In der Simulation sieht dies wie folgt aus:

Vektor-Grafiken haben den Vorteil, dass diese in beliebiger Größe dargestellt werden können, ohne dass deren Darstellungsqualität sich ändert. Diese werden niemals "pixelig" dargestellt.

Anbei wird eine XAML-Grafik in einem Kreis-Objekt dargestellt und in der Größe verändert.

Man erkennt, dass die Grafik immer scharf dargestellt wird, unabhängig von der dargestellten Größe.

XAML-Dateien sind im Prinzip XML-Dateien, in denen die Grafiken definiert sind. Damit diese Grafiken in PLC-Lab verwendet werden können müssen die Dateien bestimmte Kriterien einhalten.

Die Elemente innerhalb der XAML-Datei müssen in einer Viewbox gekapselt sein:

<Viewbox xmlns="http://schemas.microsoft.com/winfx/2006/xaml/presentation" HorizontalAlignment="Left" VerticalAlignment="Top" Stretch="Fill"> 
    ....
    ....
</Viewbox>

Beispiel

Über folgendes XAML-Snippet wird ein Pfeil dargestellt.

<Viewbox xmlns="http://schemas.microsoft.com/winfx/2006/xaml/presentation" xmlns:x="http://schemas.microsoft.com/winfx/2006/xaml"
 HorizontalAlignment="Left" VerticalAlignment="Top" Stretch="Fill">
 <ContentControl Content="&#x279B;"/>
</Viewbox>

Wird in einem Objekt eine benutzerdefinierte Grafik verwendet, dann wird diese Grafik-Datei (also z.B. die Datei mit der Endung .JPG oder .PNG) in das Verzeichnis des Anlagenprojekts kopiert. Diese Datei muss bei der Weitergabe des Anlagenprojekts dann ebenfalls mitgegeben werden. Wird ein Anlagenprojekt über "Speichern unter" an einen anderen Ort und unter einem anderen Namen abgespeichert, dann erfolgt das Kopieren der im Projekt verwendeten benutzerdefinierten Grafikdateien automatisch.

Wird ein Objekt, welches eine benutzerdefinierte Grafik anzeigt, in die Zwischenablage kopiert und in einem anderen Projekt eingefügt, dann findet ebenfalls ein solcher Kopiervorgang statt. Wichtig dabei ist, dass die Ursprungsdatei beim Einfügen des Objekts in das neue Projekt noch vorhanden, bzw. noch erreichbar ist.